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In diesem Artikel möchte ich, aus meinen Erfahrungen heraus, über die Schattenseiten des Calisthenics Sports reden.

1. Training? Zeit für eine Human Flag

Als Gründer und Mitglied eines Calisthenics Vereins erlebt man viel in Bezug auf Neulinge, die das erste Mal zum Training kommen. Nicht zu selten ist es dort vorgekommen, dass sich Anfänger plötzlich auf Skills wie die Human Flag oder Muscle Ups stürzen ohne überhaupt einen Plan zu haben wie diese funktionieren.
Verständlich denn im Netz gibt es unzählige Tutorials für diverse Skills, bei denen nicht in einem Satz erwähnt wird, dass ein gewisses „Fitness-Level“ Voraussetzung ist.

Diese Art zu trainieren endet dann meistens in frühen Verletzungen, die teilweise sogar bleibende Schäden hinterlassen können. Klar kann das im „traditionellem“ Kraftsport auch passieren, jedoch ist die Gefahr, aufgrund der „spektakulären“ Skills im Calisthenics, weitaus höher.

„Neue“ Sportart, neue Regeln. Oder doch nicht?

Für viele ist Calisthenics kein normaler Kraftsport, sondern ein gesonderter Sport. Ansich spricht erstmal nichts gegen diese persönliche Differenzierung, jedoch werden hier oft auch die Regeln und Gesetze neu erfunden.
Calisthenics ist und bleibt ein Kraftsport wie jeder andere und funktioniert entsprechend so.
Die Regeln der Hypertrophie sind die Gleichen wie die der Regeneration.
Leider scheinen viele Sportler das noch nicht begriffen zu haben und machen tausende von Wiederholungen ohne sichtbare Fortschritte zu machen. Trainiert wird teilweise ohne Pause und auf Regeneration wird ebenso kein Wert gelegt.

Falsche Erwartungen und Geduld

Ein weiteres Problem ist die Erwartungshaltung vieler Anfänger. Wer erwartet, dass er mit Calisthenics in kürzester Zeit einen Berg voller Muskeln aufbauen kann, der ist leider auf dem Holzweg. Man darf sich hier nicht an Athleten orientieren, die im Gym isoliert mit Gewichten trainieren. Die Übungen im Calisthenics sind dafür viel zu komplex und benötigen eine gewisse intramuskuläre Koordination, was es schwer macht den Muskel gezielt zu trainieren.

Das heißt natürlich nicht, dass man keine Muskeln aufbauen kann! Olympische Turner sind das beste Beispiel dafür, wie man mit jahrelangem Training einen wahnsinnig athletischen Körper entwickeln kann. Es dauert halt nur länger 😉

Auch Skills wie die Human Flag, Planche oder der Front Lever dauern einfach seine Zeit und sind extrem schwere fortgeschrittene Übungen.

Ist Calisthenics also schlecht?

Nein! Calisthenics ist alles andere als eine schlechte Art des Trainings. Es ist unglaublich vielfältig, man kann es fast überall machen und damit einen unglaublich athletischen und starken Körper aufbauen. Zusätzlich wird der Wille und das Mindset extrem gestärkt, da es eine gewisse Disziplin und Ausdauer erfordert, die komplexen Skills zu erlernen. Hat man erstmal verstanden wie es funktioniert, wird man nicht nur bärenstark, sondern kann auch ein hohes Maß an Muskeln aufbauen. (Muskelaufbau mit Calisthenics) Im Prinzip ist Calisthenics für alle Leute geeignet, man braucht nur Geduld und muss sich ein wenig informieren bevor man an die Stange geht 🙂